Über das Projekt
Das derzeit beste und weltweit verbreitetste Autismus-Diagnoseinstrument ist der ADOS, ein umfangreiches Testverfahren von mehreren Stunden. Aus Sicht der Früherkennung jedoch hat es einen entscheidenden Nachteil: es funktioniert erst ab etwa 30 Monaten.
Anerkannte Instrumente zur Früherkennung gibt es hingegen noch nicht, die ersten Modelle bisher sind nur für Forschungszwecke entwickelt worden (z.B. der CHAT bzw. M-CHAT). Anlass für mich, das Thema Früherkennung selbst aufzugreifen, war der Abdruck eines Eltern-Fragebogens der amerikanischen Autismusforscherin Sally Ozonoff (Autism 5/2005), der mich so beeindruckte, dass ich ihn gleich ins Deutsche übertrug.
Da dem Instrument jedoch kein klarer Auswertungsschlüssel beigefügt war, beschloss ich, selbst eine Vergleichsgruppe auf die Beine zu stellen. Das Jugendamt der Stadt Recklinghausen unterstützte mich dabei und half mir, die ersten 150 Kitakinder (und ihre Mütter) für eine Teilnahme zu gewinnen.
Auf diese Weise konnte ich den Fragebogen nach und nach präzisieren und verbessern. Die Vergleichsdaten basieren mittlerweile auf über 350 Kitakindern und mehr als 150 Kindern aus der Frühförderung.
