Kann Früherkennung Autismus-Risiko-Kindern helfen?

Autismus lässt sich nicht "heilen" – die Entwicklung aber entscheidend verbessern, wenn früh mit einer Behandlung begonnen wird. Das ist zumindest Expertenmeinung. Vielleicht aber ist eine autistische Entwicklung bei einer sehr frühen Behandlung sogar noch zu korrigieren, zurückzudrängen?

De facto wissen wir hierüber aber so gut wie noch nichts. Auch sind spezielle Methoden für eine solche Frühbehandlung noch nicht entwickelt worden – ich selbst habe hierzu konzeptionell eine Spiegeltherapie (in Anlehnung an die vor einigen Jahren entdeckten Spiegelneuronen) vorgeschlagen. Solche Techniken können hier bei mir angeleitet und supervidiert werden. Soziale Aufmerksamkeit, Imitationsverhalten und die Förderung von Handlungs- und Ich-Kompetenzen – das sind die Schwerpunkte der Frühintervention.

Um Risiko-Kinder wirklich sehr früh zu entdecken ("early identification"), wurde 2007 in der führenden wissenschaftlichen Zeitschrift für Kinderheilkunde (Pediatrics 120, 1187-1225) die Empfehlung ausgesprochen, alle amerikanischen Kinder im Alter von 18 und 24 Monaten gezielt auf Autismus zu untersuchen ("screening"). Sicherlich eine revolutionäre (und zunächst wohl auch utopische) Empfehlung – aber immerhin: das Problem und der Bedarf wurden dort erkannt. In Deutschland kann davon leider nicht die Rede sein…

Was ist überhaupt "früh"?
Mit early identification sollen Autismus-Risiko-Kinder im Alter von 12 – 24 Monaten erkannt werden. Meine eigenen Daten bestätigen, dass dies möglich ist. Denn bei den meisten autistischen Kindern sind bereits mit 6 Monaten Frühzeichen und mit 12 Monaten deutliche Warnsignale ("red flags") erkennbar. Konsequent beachtet und ernst genommen könnten sie die Einleitung früher Interventionsmassnahmen ("early intervention") ermöglichen. Und genau das ist mein Anliegen.


 

Frühzeichen und
Warnsignale

 

Frühbehandlung durch
Spiegeltherapie?